Dresscode „Athleisure“

Im Joggingoutfit ins Büro, den Fitness-Leggings in den Club, oder den Sportschuhen zum Shoppen:  heutzutage gilt dies als völlig normal und salonfähig. Dieser Trend nennt sich Athleisure und hat sich in den Metropolen dieser Welt bereits als feste Größe manifestiert,  so dass man von einem Megatrend sprechen kann.

Was bedeutet Athleisure?
Der Begriff setzt sich zusammen aus den englischen Wörtern „Athletics“ (Sport) und „Leisure“ (Freizeit) und umschreibt alltagstaugliche Sportkleidung. Persönliche Anmerkung: Athleisure ist ein Zungenbrecher,  daher bevorzuge ich sporty Style – eine Symbiose aus Sport und Style. Marken, wie z. B. DRYKORN spielen mit Kontrasten indem sie edle Stoffe wie Seide, Satin im sporty Style einer Jogginghose neu interpretieren. Andere wie z. B. NIKE hat vor ca. 7 Jahren als eine der ersten Sportmarkenhersteller das Schuhmodell Nike Free auf den Markt gebracht und peu à peu alltagstauglich gemacht. Die Vermarktung dieses Schuhs war auf das
Nachempfinden des Barfußlaufens ausgerichtet. Anfangs war die Farbpalette eher schüchtern oder gar konservativ mit den Farbtönen schwarz, grau, weiß für Herren und für Damen mit farbigen Nike Logo. Je mehr sich der Trend zum sporty Style durchsetzte, desto bunter und vielfältiger wurde das Farbsortiment. Auch die Kundschaft veränderte sich: so wurden mit den neuen Farben und dem bequemen und stylisch aussehenden Modell nun auch Nicht-Sportler angesprochen,  die einfach nur den Leisure Lifestyle leben wollten.

Lebensstil oder Trend?
Athleisure ist ein neuer Lebensstil geworden, der für Kunden aller Altersgruppen komfortabel ist. Interessant ist die gegensätzliche Entwicklung – oder vielleicht ist „Cross Boarder Entwicklung“ ein besserer Begriff: Modekonzerne und Sportartikelhersteller lassen die  Grenzen verschwimmen. NamenhafteTextilriesen wie H&M oder Uniqlo bauen ihre Sportkollektionen aus. Nike, Adidas oder Puma werden modischer. Neben den üblichen, funktionalen Sportshirts im Standard T-Shirt Schnitt gibt es nun eine Fülle an Auswahl in Bezug auf Farben, Formen und Größen: von körperbetont, über kastig zu lässigen oversize Schnitten ist alles vorhanden und für jeden Geschmack und jede Figur etwas dabei.

Inzwischen geht das Athleisure-Phänomen – so ganz möchte ich dann doch nicht auf den offiziellen Begriff verzichten – deutlich weiter.  Funktionale Bekleidung ist inzwischen auch bei den Luxuslabels angekommen. So haben Marken wie Hugo Boss , Vivienne Westwood oder DKNY ihre Kollektionen um sportliche Styles erweitert und öffnen sich damit einer breiteren Zielgruppe. Hugo Boss experimentiert mit sportlich geschnittenen Overalls,  Vivienne Westwood lässt den Mann in hautenger Leggings über den Laufsteg gehen, Carolina Herrera hat für Herren die Jogginghose neu entdeckt.

Star-Designer Karl Lagerfeld entwickelte mit den Kollektionen 2014/2015 ganze Styling-Linien um die Athleisure herum.

Internationaler Megatrend
Wann wird ein Trend zum Megatrend? In wenigen Worten erklärt: ein schlichter Trend hält sich meistens nur 1-2 Saisons, in denen bestimmte Farben, Kleidungsstücke oder -formen bevorzugt verkauft und getragen werden. Ein Megatrend spiegelt jedoch eine Einstellung oder gar Philosophie einer Gesellschaft wider. Ich werde darauf in meinem nächsten Beitrag darauf eingehen.

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